
POCUS (Point of Care Ultrasound) Training
ToT (Trainer of the Trainer) Ultraschall-Ausbildung in Uganda
Im August 2022 organisierte der Verein Health for Uganda / Africa (HfU) ein bedeutendes Ultraschalltraining inklusiv Notfallsonografie & Abdomensonographie, das nicht nur Wissen vermittelte, sondern auch eine weitere Verbesserung der medizinischen Versorgung in Uganda vorantrieb. Dr. John Baptist Waniaya, Commissioner EMS des ugandischen Gesundheitsministeriums, begrüßte die Teilnehmer mit einleitenden Worten, die die Bedeutung des Trainings für die lokale Gemeinschaft unterstrichen.
18 medizinischen Fachkräften, darunter Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, Rettungssanitäter und ein Chirug, haben intensiv an dem Training teilgenommen. Laura und Duncan haben das Training vor Ort geleitet und mit ihrer Fachkenntnis und ihrem Engagement das Team erfolgreich geschult. Durch praktische Anleitungen und persönliche Betreuung konnten die Teilnehmer ihr Wissen erweitern und ihre Fähigkeiten verbessern.
Ein besonderer Höhepunkt des Trainings war die großzügige Spende von des Vereins: ein IQ Butterfly Ultraschallgerät mit Tablet, ein vielseitiges 3-in-1-Gerät, das die Diagnose und Behandlung von Krankheiten verbessert.
Zusätzlich zu den praktischen Schulungen vor Ort wurde das Training durch ein Online-Programm unterstützt.
Hintergrund
Eine der größten Einschränkungen des Gesundheitssystems in Uganda ist die Diagnostik, insbesondere die bildgebende Diagnostik.
Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, CT oder MRT stehen in Uganda nur den größten Krankenhäusern der Hauptstadt zur Verfügung.
In Uganda hat die Mehrheit der Bevölkerung keine Krankenversicherung, daher sind bildgebenden Verfahren zur Diagnostik für die meisten Erkrankten unbezahlbar teuer. Außerdem gibt es nicht genügend geschultes medizinisches Personal zur Bedienung der Geräte und zur anschließenden Interpretation der Bilder.
Die meisten Notfallpatienten in Notaufnahmen müssen sehr lange auf bildgebende Diagnostik warten. Dies hat zur Folge, dass die resultierende Entscheidung zur adäquaten Behandlung sehr lange, oftmals zu lange andauert. In den meisten Fällen kommt für Notfallpatienten in Uganda jede Hilfe zu spät und sie sterben, während sie eine Möglichkeit suchen für die nötige Diagnostik zu bezahlen.
Darüber hinaus fehlt es an Ressourcen in Bezug auf spezialisierte Krankenhäuser, mit gut ausgebildetem medizinischem Personal sowie Ausrüstung, in denen die Behandlung von komplexen Notfallpatienten umgesetzt werden kann. Konkret bedeutet dies, dass die meisten Notfallpatienten in ein geeignetes Klinikum verlegt werden müssen, um eine Chance auf eine effektive Behandlung zu haben.
Diese Entscheidung für die notwendige und lebensrettende Behandlung der Patienten kann erst dann adäquat getroffen werden, wenn eine realistische Arbeitsdiagnose besteht. Für diese Diagnose benötigt man in vielen Fällen zuerst ein bildgebendes Verfahren.
Folglich kommt es also nicht nur zur verminderten Versorgung von Notfallpatienten aufgrund von eingeschränkten Möglichkeiten der Diagnostik, sondern Patienten werden zudem regelmäßig in inadäquate Krankenhäuser verlegt oder nicht zeitgerecht verlegt, da keine Hinweise auf eine kritische Diagnose ohne die benötigten Gerätschaften gefunden werden kann.
Ziel des Projekts
Im Rahmen dieses Projekts soll eine ausgewählte Gruppe von Ärzten, Pfleger und Rettungsdienstpersonal in Uganda von einem medizinischen Team der Arbeitsgruppe Gesundheit (Health for Uganda e.V.) mit den Kenntnissen und Fähigkeiten zur Bedienung eines „Handheld“ mobilen Ultraschallgeräts geschult werden, um die dringendsten Erkrankungsbilder zügig zu diagnostizieren und die erforderliche, lebensrettende Behandlung in kürzester Zeit einzuleiten.
Diese Gruppe von lokalen Ausbildern wird im nächsten Schritt weiteres medizinisches Personal ausbilden und das Wissen und die Fähigkeiten an ihre Kollegen weitergeben (ToT). Dies wird die Diagnosezeit erheblich verkürzen, die Entscheidung zur Verlegung und Ressourcenteilung verbessern und damit das Ergebnis für Notfallpatienten erheblich steigern, langfristig die Mortalitätsrate dieser Patienten reduzieren.
Aktivitäten
- Bis heute: Intensive Online-Theorie-Schulung von erfahrenen deutschen Ultraschallexperten der Arbeitsgruppe Gesundheit (Health for Uganda/Africa e.V.) in den Prinzipien des Point-of-Care-Ultraschalls (POCUS) und das erweiterte fokussierte Assessment mit Sonographie in Trauma (eFAST).
- August 2022: Einwöchiges intensives praktische Training in EFAST und POCUS vor Ort in Uganda
- 2022: Anschaffung von 3 „handheld“ Ultraschallgeräten für die kontinuierliche praktische Ausbildung und Patientenversorgung.
- Bis heute: Entwicklung von lokalisierten SOPs, Standards und Schulungsmaterialien zu den Themen eFAST und POCUS gemeinsam mit dem lokalen ToT- Team und der Arbeitsgruppe Gesundheit HfU.
- Bis heute: Wöchentliche Fortbildung/Austausch zwischen dem lokalen Team und der deutschen AG Gesundheit durch Telemedizin mit Fallbesprechungen der behandelten Patienten.
Kosten: ca. 10.000€
Projektpartner
- Uganda Matyrs Lubaga Hospital
- Nsambia Hospital
- Ausbilder der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
- Technisches Team, Arbeitsgruppe Gesundheit, Health for Uganda/Africa e.V